Der historische Stadtkern der Wallfahrtsstadt Werl soll zukünftig mehr sein als nur ein Einzelhandelsstandort. Unter dem Leitgedanken „Entschleunigen und Wohlfühlen“ soll die Stadtmitte zu einem vielfältig nutzbaren Raum für die Bevölkerung werden.

  •  Projektfortschritt
  •  Digitale Mitten
  •  Kreis Soest

Die Stadt Werl plant mit verschiedenen Partnern vielfältige Maßnahmen, die der Innenstadt ein neues Gesicht verleihen. Die Pläne umfassen die Fußgängerzone, den Kurpark und den Sportpark und sie stehen unter dem Motto „Entschleunigen und Wohlfühlen“. Mit dem dritten Stern des REGIONALE-Ausschusses gibt es grünes Licht für eine Förderung. Gut 3,6 Millionen Euro kommen aus der Städtebauförderung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung sowie von LEADER.

„Wir wollen, dass die Leute, ob jetzt Wallfahrer, ob Touristen, Besucher oder die Werlerinnen und Werler selber, sich einfach bei uns wohlfühlen und auch entschleunigen können“, sagte Werls Bürgermeister Torben Höbrink. „Ich bin froh, dass unser etwas anderer Ansatz gewürdigt wurde und wir jetzt mit dem Projekt durchstarten können.“

Werls Ansatz in der REGIONALE 2025 ist für Südwestfalen eine Besonderheit: Weil die Innenstadt als reiner Einzelhandelsstandort aus Sicht der Stadt ausgedient hat, möchte Werl sich auf seine Stärken besinnen, diese attraktivieren und besser miteinander verknüpfen. Das betrifft die Fußgängerzone ebenso wie den Kur- und Sportpark.

„Wir fokussieren uns auf die Bereiche Tourismus, Kultur, Freizeit, Gastronomie, Versorgung und Wohnen – und natürlich die Wallfahrt. Dies führt zwangsläufig auch zu einer Stärkung des Einzelhandels“, erläutert Höbrink. Dafür arbeitet die Stadt mit dem Wallfahrtsteam, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWS) und weiteren Unterstützern zusammen.

Fußgängerzone neu gestalten, Bürger:innen einbeziehen

Der historische Stadtkern soll umgestaltet und vorhandene Angebote wie das Wallfahrtszentrum und die Stadtquelle näher zusammenrücken. „Die Fußgängerzone ist schon ein bisschen älter, die Oberflächen sind nicht mehr auf dem neuesten Stand und wir würden ganz gerne unsere ‚gute Stube‘ wieder auf Vordermann bringen. Wir wollen, dass man sich hier wohlfühlt“, erklärt Thomas Hupertz, Projektmanager für Stadtplanung und Entwicklung bei der Stadt Werl. Wie genau das aussieht, klärt sich in einem Wettbewerbsverfahren und der Beteiligung der Bürger:innen.

Parallel arbeitet die GWS an der digitalen Stadtplattform „Entdecke Dein Werl!“, die Angebote verschiedener Akteure für Interessierte und Gäste bündelt. Und davon gibt es einige.

Klostergarten wird erstmals zugänglich gemacht

Seit über 360 Jahren besuchen jährlich mehrere zehntausend Pilger:innen und Gläubige die Wallfahrtsbasilika. Der angrenzende Klostergarten mitten in der Stadt, der bisher nur dem Franziskanerkonvent vorbehalten war, soll künftig öffentlich zugänglich gemacht werden und ist ein zentraler Aspekt im Hinblick auf die Entschleunigung. „Das bedeutet, dass einzelne Bereiche spirituell aufgewertet und Sitzmöglichkeiten geschaffen werden, wo dann die Besucher, Touristen, Pilger zur Ruhe kommen können“, erklärt Anja Stakemeier, zuständig für Förderungen bei der Stadt Werl.

Mehr Licht und Erleben im Kurpark, neue Angebote im Sportpark

Im Kurpark sind schon Veränderungen zu sehen. Eine Veranstaltungsfläche nahe der Saline entsteht bereits, ein Wasserspielplatz ist geplant, auch einladende Beleuchtung soll den Kurpark aufwerten und neue Orte zum Verweilen, Begegnen, Bewegen, Entspannen entstehen. Unweit vom Kurpark befindet sich Sportpark, wo täglich hunderte Schüler:innen, Vereins- und Freizeitsportler:innen aktiv sind. Dort wird die Zweifachsporthalle neu gebaut, eine Skateanlage errichtet und ein Mini-Spielfeld mit Aufenthaltsbereich geschaffen. „Mit diesen offenen Bewegungs- und Begegnungsorten wollen wir unsere Projektidee des Entschleunigens und Wohlfühlens weiter unterstreichen“, sagte Stakemeier.

Das vielfältige Vorhaben der Wallfahrtsstadt Werl hat auch die Gremien der REGIONALE 2025 überzeugt. Das Projekt erhielt den dritten Stern und kann in den kommenden Monaten und Jahren umgesetzt werden. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung fördert das Projekt aus Mitteln der Städtebauförderung mit rund 3,6 Millionen Euro, ein Teil kommt von LEADER.

Projektträger: Wallfahrtsstadt Werl

Projektpartner*innen: Wallfahrtsteam Werl, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung mbH (GWS)



Ansprechpartner*in für das Projekt: Anja Stakemeier, Wallfahrtsstadt Werl (Tel.: 02922 / 800 10 16, E-Mail: anja.stakemeier@­werl.de)

Projektmanagerin im REGIONALE-Team: Eva Borgmann (Tel.: 02761 / 835 11 14, E-Mail: e.borgmann@suedwestfalen.com)