"Digital – so what?!" Unser Ziel ist, dass 2030 Digitalisierung im Gesundheitswesen in Südwestfalen völlig normal und von der Bevölkerung und den Akteuren der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung akzeptiert ist. Der Mensch steht im Mittelpunkt und die Technik orientiert sich an seinen Bedürfnissen. Persönliche Kontakte zwischen Ärzten und Patienten sind dann ebenso an der Tagesordnung wie virtuelle Visiten. 

Dabei sollen kooperative Versorgungsmodelle in Südwestfalen etabliert werden, die eine sektorenübergreifende Versorgung sichern.  

Wie entwickelt sich Gesundheit! Südwestfalen bis 2030 nachhaltig weiter? 

Unser Zukunftsbild: Die sogenannte Telematik-Infrastruktur ist ausgebaut. Durch die Kooperation und digitale Vernetzung verschiedener Akteure können flächendeckende E-Health-Angebote entstehen, die einfach anwendbar sind und die Gesundheitsversorgung sichern. Es müssen zentrale Angebote in Dörfern und Quartieren etabliert werden, die nicht-technikaffine Menschen unterstützen und ihnen den Zugang zu E-Health ermöglichen. Damit fühlt sich die Bevölkerung Südwestfalens gesundheitlich, therapeutisch und in der Pflege gut versorgt. Prävention genießt einen hohen Stellenwert. Alle Angebote werden den Patienten bekannt gemacht und ihnen die Orientierung erleichtert (z.B. mit Hilfe von Lotsen).

Die Akteure aus dem Gesundheits- und Pflegewesen brauchen eine gemeinsame ganzheitliche Strategie für Südwestfalen, in der Schrittfolgen und Umsetzungsbausteine definiert werden. Das bezieht neue und bereits anderweitig erprobte Pilotprojekte ein und bringt diese in die Fläche. Die Projekte können im Zusammenspiel der verschiedenen Akteure neue Gestaltungsmöglichkeiten in diesem stark regulierten Bereich ausloten. Es braucht außerdem eine Arbeitsteilung in der medizinischen Versorgung - auch über Telemedizin.

Digitale Lösungen sowie ergänzende medizinische, pflegerische, ehrenamtliche und haushaltsnahe Dienstleistungen helfen auch zu Hause. 

Ganz wichtig: Alle digitalen Anwendungen sind sicher und die Daten geschützt. Die technischen und analogen Schnittstellenprobleme zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen sind weitgehend gelöst - auch die Überleitung von Patienten funktioniert gut. Und: Für die Beschäftigten im Gesundheitswesen müssen gute Arbeitsbedingungen mit flexiblen Arbeitszeiten und neuen Arbeitsformmodellen geschaffen werden. 

 

Welche Akteure sind besonders gefragt und wie profitiert die Region?

Alle Beteiligten im Gesundheitswesen, wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken, ambulante und stationäre Pflege, Therapeuten sowie Krankenkassen müssen sich stärker vernetzen und enger zusammenarbeiten. Nur so können gute Projekte etabliert und tragfähige Konzepte entwickelt werden und neue Ideen zum Wohle der Patienten entstehen.

Darüber hinaus kann sich jedes wirtschaftlich tätige Unternehmen in Südwestfalen einbringen: die Leistungserbringer der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung, Hersteller und Dienstleister der Medizintechnik und Unternehmen, die im Bereich Gesundheit für sich Zukunftsfelder sehen. Zudem sollte jeder Arbeitgeber präventiv zur Gesundheitsversorgung und damit zur eigenen Attraktivität beitragen. 

Bildungsinstitutionen sind gefordert, alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen durch Aus-, Fort- und Weiterbildungen digital und interdisziplinär zu qualifizieren. Beratungs- und Informationsangebote helfen Investoren, die Chancen und Risiken für zukünftige Gesundheitsinnovationen abzuschätzen. 

Wenn uns all dies gelingt, wird die Gesundheitsversorgung in Südwestfalen anders, aber keineswegs schlechter! Eine offene Kommunikationskultur mit allen Patienten und Akteuren wird dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben und ethische Fragen - auch die um die Nutzung künstlicher Intelligenz - auf Augenhöhe zu diskutieren und gemeinsame Antworten darauf zu finden. 


Handlungsfeld Gesellschaft